Tischtennis gegen Parkinson - INFORMATIONEN FÜR VEREINE

TISCHTENNIS GEGEN PARKINSON

PingPongParkinson ÖSTERREICH E.V. (PPP) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spielen von Tischtennis als Teil der physikalischen Therapie bei der Parkinson-Erkrankung fördern möchte.

PPP möchte die rund 24.000 von Parkinson betroffenen Menschen (Personen mit Parkinson- PmP) in ÖSTERREICH von den Sofas und der häufigen Isolation, weg, hinein in die Sporthallen und unter die Menschen bringen.

Übersicht

  1. Morbus Parkinson.
  2. PingPongParkinson.
  3. Die PPP-Vereine.
  4. 1. Stufe: PPP-Verein werden.
  5. 2. Stufe: angeleitetes Training.
  6. 3. Stufe: angeleitetes, erweitertes Training.
  7. 4. Stufe: ausgebildeter Trainer.
  8. Verein.
  9. Weitergehende Informationen.

PmP Patienten mit Parkinson

1. Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit ist der langsam fortschreitende Verlust von Nervenzellen. Sie ist unheilbarer und mit mehr als 6 Mio. Betroffenen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung der Welt. Der Verlust der Dopamin produzierenden Nervenzellen führt unter anderem zu Bewegungsstörungen, wie Zittern oder Muskelsteifheit.

Es gibt heute noch keine Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung des Parkinson-Syndroms, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder gar mindern könnte. Derzeit ist lediglich die Behandlung der Symptome möglich, die zumindest die Lebensqualität der Patienten etwas länger aufrechterhalten kann.

Jedoch führt das Fortschreiten der Erkrankung dazu, dass die Dosis und Zusammensetzung der Medikation ständig angepasst werden muss. Zudem ist die Behandlung davon gekennzeichnet, dass mit einem Fortschreiten der Krankheit immer häufiger mehrere Medikamente kombiniert werden, welche in immer kürzeren Abständen eingenommen werden müssen, um eine ausreichende Wirksamkeit zu erzielen.

Auch wenn die medikamentöse Behandlung bei Parkinson weiterhin im Mittelpunkt steht, gibt es überzeugende Belege für die Notwendigkeit eines regelmäßigen Trainingsprogramms zur Behandlung von Parkinson.

2. PingPongParkinson

Alle Betroffenen, die es ausprobiert haben, sind sich sicher: Die fortschreitende Verschlechterung der Symptome der Parkinson-Krankheit kann durch das Spielen von Tischtennis als physikalische Therapie verlangsamt werden.

Das Konzept von PPP beruht darauf, dass es Tischtennis für jedermann mit Parkinson, völlig unabhängig von den persönlichen Eignungen, also vom Anfänger bis zum Weltmeister, anbieten möchte.

PPP verfolgt das Ziel, die PmP langfristig an den Tischtennissport zu binden, sowie die Bildung einer eigenen Gesundheitskompetenz zu fördern, die sich im Idealfall im lebenslangen Sporttreiben äußert. Mit seinem geringen Verletzungsrisiko ist Tischtennis eine körperliche Betätigung für jedermann. Dieses gilt im besonderen Maße für Menschen, die nie oder lange nicht mehr Sport getrieben haben. Gerade diese PmP, denen regelmäßig auch die Durchführung eines eigenen Trainingsprogrammes schwerfallen dürfte, sollen vom Nicht-Sportler zum „Therapie-Sportler“ geleitet werden.

PmP sollen nicht vorwiegend passiv therapiert werden. Das pro-aktive Tischtennis-Spielen hat einen durchweg positiven Einfluss auf die wichtigsten Behandlungsziele der physikalischen Therapie bei Parkinson.

Förderung und Verbesserung der Beweglichkeit, der Koordination. Tischtennisspielen fördert das, was die Parkinson-Erkrankung den Betroffenen nimmt, die Beweglichkeit. Zudem werden verschiedene koordinative Fähigkeiten wie die Auge-Hand-Koordination trainiert, da der Ball geschlagen wird, ohne auf den Schläger zu schauen.

Das international anerkannte schwedische Karolinska Institutet kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Tischtennistraining sicher und machbar ist und das Potenzial hat, die Gleichgewichtskontrolle und die körperliche Funktion bei PmP zu verbessern.

"Tischtennis erscheint mir der ideale Sport bei der Parkinsonerkrankung zu sein. Hätte ich diese Erkenntnis früher gehabt, hätte ich Tischtennis meinen Parkinsonpatienten empfohlen!“

Dr. med. Rudolf Brodhun, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, ehemals leitender Arzt der Klinik für Neurologie in Seesen

Tischtennis verbindet einerseits die sportlichen und gesundheitlichen Aspekte mit dem Spaß am Spiel. Andererseits kann man es nicht alleine spielen. Also kommt man unter Leute, von jedem Alter oder Geschlecht. Man kann sich also unterhalten, muss es aber nicht.

Auch aus psychologischer Sicht gesehen ist Tischtennis damit die perfekte Therapieform für Parkinsonpatienten. Japanische Ärzte und Wissenschaftler haben in einer Studie festgestellt, dass ein Grund für die signifikante Verbesserung der Symptome durch Tischtennistraining sei, dass „die Patienten sich an der Tischtennis-Therapie erfreut hätten, was bei anderen, eher funktionalen, Therapien nicht der Fall sei. Sie seien motiviert gewesen, aktiv teilzunehmen.“

Hinzu kommt, dass durch den automatisch einsetzenden gegenseitigen Austausch der Teilnehmer, PPP das Potential einer echten Selbsthilfegruppe hat. Mit dem weiteren psychologischen Vorteil, nicht „zur Selbsthilfe“ zu gehen, sondern zum Tischtennis.

3. Die PPP-Vereine

Um ein PPP-Verein zu werden, bedarf es zunächst eigentlich nur des Willens, PPP unterstützen zu wollen. Dieses gilt jedenfalls dann, wenn man der Aufnahme neuer Mitglieder, die gegebenenfalls des Tischtennis-Spielens noch nicht im fortgeschrittenen Stadium mächtig sind, positiv gegenübersteht.

Optimalerweise entwickelt sich eine Gruppe in den folgenden Phasen, aber wir unterstützen auch Vereine mit kleinen Gruppen oder gar mit nur einer PmP. Wer weiß, ob es nicht morgen schon zwei sind?

WICHTIG IST VOR ALLEM, DEN PERSONEN MIT PARKINSON ÜBERHAUPT EINE MÖGLICHKEIT ZU GEBEN, HEIMATNAH TISCHTENNIS ZU SPIELEN!

a. Stufe: PPP-Verein werden

In der Regel findet PPP für eine interessierte PmP wohnortnah einen Verein. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg: Ein Verein ist an einer Zusammenarbeit interessiert und bietet Tischtennis gegen Parkinson an, ohne dass zu Beginn eine PmP dabei ist.

Zusammen wird dann, über Zeitungsberichte, soziale Medien, Flyer, o. ä., versucht, weitere Interessenten für die Gruppe zu finden.

Wichtig ist: Die teilnehmenden PmP werden aktives Mitglied des Vereins, in dem sie Tischtennis spielen! Die darüber hinaus gehende Mitgliedschaft im PingPongParkinson ÖSTERREICH E.V. ist für die Teilnehmer optional. Die Vereine stellen im Gegenzug üblicherweise das Material wie Tische, Netze und gegebenenfalls Bälle zur Verfügung.

Bewährt hat sich, jedenfalls zu Beginn, der Anschluss der PPP Gruppe an eine Hobby- oder Seniorengruppe. So kann, in der größeren Gruppe, die Eingewöhnung und das Kennenlernen einfacher von statten gehen.

b. Stufe: angeleitetes Training

Sicherlich kann man sich Tischtennis bis zu einem gewissen Grad selbst beibringen. Mehr Spaß macht es aber, wenn man die Tischtennis-Technik etwas besser beherrscht. Deshalb soll in möglichst vielen Stützpunkten nach fachkundiger Anleitung trainiert werden. So kann schneller ein gesundheitlicher Nutzen erzielt werden - wer die Technik beherrscht, profitiert am meisten. Dafür genügt sicherlich zu Beginn ein erfahrener Tischtennisspieler, der die ersten grundlegenden Kenntnisse, Schlägerhaltung, etc. vermittelt.

Da in den PPP-Gruppen im Trainingsteil darauf geachtet werden soll, dass die Teilnehmer, unabhängig von ihrem Leistungsvermögen, jeder-mit-jedem trainieren, also während der Übungen regelmäßig wechseln, hilft auch für diese Einteilung ein Übungsleiter oder Trainer.

c. Stufe: angeleitetes, erweitertes Training

Dem eigentlichen Tischtennistraining und -spiel wird ein Aufwärm- und Gymnastikprogramm als Ausdauer- und Krafttraining vorgelagert. Dieses dient einerseits dazu, die bei Tischtennis vorkommenden ungleichmäßigen Belastungen auszugleichen und die ohnehin geringe Verletzungsgefahr weiter zu reduzieren.

Andererseits soll dieser Trainingsteil durch ein auf die Erkrankung abgestimmtes Programm einen eigenen therapeutischen Nutzen haben.

d. Stufe: ausgebildeter Trainer

Die Trainer in den PPP-Stützpunkten erfüllen optimalerweise bestimmte Qualitätskriterien. Dazu gehören, neben der Eignung zum Tischtennis-Übungsleiter, weitergehende Kenntnisse zum Krankheitsbild und den speziellen Übungsformen bei Parkinson.

PPP führt aus diesem Grund mit dem Deutschen Tischtennis Bund (DTTB) einen Dialog über die Möglichkeiten des DTTB ein Schulungsangebot für PPP-Stützpunkttrainer zu entwickeln, die einen Schwerpunkt auf der Parkinson-Symptomatik haben. Dies wollen wir auch in Österreich erreichen.

Gleichzeitig versuchen wir bei den Krankenkassen Tischtennis als Rehabilitationsmaßnahme anerkennen zu lassen. Für diesen Fall würde die Leitung einer PPP-Gruppe für die Trainer auch finanziell sehr interessant.

4. Verein

PingPongParkinson ÖSTERREICH E.V.

Perwarth 71

3263 Randegg

Vorstand:

Wolfgang Pirker Waldzell 1. Vorsitzender

Hermine Hofner Randegg 2. Vorsitzende

Vorstand Stützpunkte

Vorstand Finanzen

5. Weitergehende Informationen

PingPongParkinson ÖSTERREICH E.V.

Hermine Hofner

Perwarth 71

3263 Randegg

hermine@pingpongparkinson.at

info@pingpongparkinson.at

www.pingpongparkinson.at

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